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12m² WELT - Ausstellung am Markt 19 und am Rathaus

von Stadt Colditz Stadt Colditz am 01.06.2021

Manchmal fehlen uns die Worte für die Dinge, die uns am wichtigsten sind. Sie erscheinen so selbstverständlich und sind doch so schwer zu beschreiben. Kinder können das, noch. Nicht mit großen Worten, aber wenn es sein muss in Bildern.   Auch Kinder und Jugendliche haben schon ihre eigenen Vorstellungen von der Welt und ihrer Gesellschaft. Das bringt das Projekt „12qmWELT“ mit plakativen Bannern zum Ausdruck.   In Rahmen einer Kunstaktion, welche im Jahr 2018 begann, erarbeiteten Kinder und Jugendliche im Muldental zwischen 7 und 16 Jahren während mehrerer Ferien- und Schulprojektwochen u.a. mit zwei neunten Klassen der Pestalozzi-Oberschule in Wurzen und einer vierten Klasse der Diesterweg-Grundschule in Wurzen, insgesamt 12 Banner.   Alle zusammen arbeiteten an der Frage: Gibt es Punkte, die alle Menschen vereinen? – Regeln, die wir brauchen, um gut und friedvoll miteinander leben zu können? Ausgangspunkt dazu war das deutsche Grundgesetz, das uns mit seinen Werten, Prinzipien und übergeordneten „Spielregeln“ alle eint und die Grundlage für ein friedliches miteinander Leben darstellt. Die Kinder und Jugendlichen entwickelten hierbei ihre ganz eigenen Vorstellungen von Gemeinschaft und gestalteten dazu künstlerisch u.a. Banner mit dem Spruch: „Kein Mensch muss müssen.“. Es ging hierbei um die „freie Entfaltung“, die jedem Menschen in der Bundesrepublik laut Grundgesetz zusteht: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“ [Art. 2, Absatz 1 GG] Das war den Kindern wichtig!   Herausgekommen sind kunterbunte Banner, welche das demokratische Grundverständnis der Kinder und Jugendlichen wiedergeben. Besonders das Thema Gleichberechtigung und Frieden lag den Teilnehmenden des Projekts am Herzen. „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts“, ist eine der Botschaften, die sich auf den Bannern wiederfindet.   Im Vordergrund standen bei den Workshops Selbstreflexionen: Wozu brauchen wir ein Grundgesetz, was ist mir wichtig für ein friedliches Zusammenleben? Was sind unsere schützenswerten Lebensgrundlagen?   Ausgehend davon, wurde unter kunstpädagogischer Anleitung der Mitarbeiter*innen des Schweizerhaus Püchau e.V. und mit inhaltlicher Ausgestaltung von Heidi Bischof, die im Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. die Promotor*innenstelle für regionale Entwicklungsarbeit inne hat, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen erarbeitet, was für das Zusammenleben von Menschen im Allgemeinen von Bedeutung ist.   Gleichberechtigung, Frieden und Umweltschutz wurden dabei von allen als notwendige Voraussetzung erachtet.   Im zweiten Schritt entstanden aus den Überlegungen große Kunstwerke, bei deren Anfertigung sich die Kinder und Jugendlichen vertiefend mit Gesellschafts- und Gestaltungsfragen auseinandersetzten. Zusammenhalt wurde dabei zur praktischen Erfahrung und findet sich auf allen Motiven wieder.   Indem sich die Teilnehmenden in Aushandlungsprozessen über die Gestaltung einer gemeinsamen Fläche einig werden mussten, erfuhren sie selbst Möglichkeiten der Mitbestimmung, Entscheidungsfindung und Konfliktlösung.   Durch die riesigen Banner bekommen die jungen Menschen eine Stimme und können ihr Demokratieverständnis nach außen tragen.   Durch die Zusammenarbeit mit dem DRK Muldental, ist es uns gelungen, diese Ausstellung nach Colditz zu holen. Seit kurzer Zeit hängen die Banner am Markt 19 und am Rathaus und sorgen damit für eine weithin sichtbare Präsenz dieser Botschaften und regen die Betrachtenden bereits beim beiläufigen Vorübergehen zum Nachdenken über kein geringeres Thema als grundlegende Menschenrechte an. Gerade jetzt, wo die Gesellschaft sich bei allen Themen rund um „Corona“ spaltet, ist das miteinander Reden und Auseinandersetzen von besonderer Wichtigkeit. Ganz nach dem Motto eines Banners: „Respekt fängt beim Zuhören an.“ Dieses Projekt von Kindern und Jugendlichen erinnert uns wieder daran.     Robert Zillmann Bürgermeister