Schloss Colditz

Das Schloss schaut auf die Stadt
Hoch droben auf einem 30 m hohen Felssporn schaut das Schloss über die an der Zwickauer Mulde liegende Stadt. Sein Ursprung geht weit zurück, umfasst nun schon ein ganzes Jahrtausend. Erstmals wird es 1046 in einer Schenkungsurkunde Heinrich des III. als Burgward genannt. Der älteste Teil sind die Bauten rings um den heutigen Hof 2. Bei vor kurzem durchgeführten Schachtungen in der Schlosskirche wurde diese Annahme durch Reste alter Grundmauern, die man fand, bestätigt. Eine wesentliche Bautätigkeit an der Burg schreibt man Wiprecht von Groitzsch zu, der oft zwischen Groitzsch, Rochlitz, Leisnig und Colditz unterwegs war, um seine Besitztümer aufzusuchen. Durch die mehrmaligen Änderungen der Besitzer und deren Erweiterung ihres Herrschaftsgebietes geriet die Colditzer Burg mehr und mehr in Vergessenheit, verfiel so langsam. Es änderten sich auch die Namen hinsichtlich ihrer Nutzung, Begriffe wie „Reichsgut“ tauchen auf. Colditz blieb weitestgehend nur eine Nebenresidenz.

Der Neuteil des Schlosses, ein Renaissancebau
Erst Mitte des 15. Jahrhunderts begann der Wiederaufbau der verfallenen Burganlage und eine kurfürstliche Nutzung. Die Kurfürsten Friedrich II. „der Sanftmütige“ und Ernst begannen, die Burg wieder bewohnbar zu machen. 1504 sorgte der Bäcker Clemens Bock durch einen von ihm verursachten Brand, dass Burg und ein großer Teil der Stadt in Schutt und Asche fielen. Die umfangreichen Wiederaufbauarbeiten begannen erst 1577 durch KF August von Sachsen und seine Gemahlin Anna von Dänemark. Sie begrenzten sich nicht nur auf den Erhalt der alten Burg, sondern auch auf eine wesentliche Erweiterung im heutigen Hof 1 und den Bau der Querfront im Renaissance-Stil, damit vollzog sich die Umgestaltung zum Schloss. Im riesigen Wappen über dem Tor 2 ist die Herkunft der kurfürstlichen Familie zu sehen – Sachsen und Dänemark. Eine sehr üppig betriebene Gestaltung ihrer Freizeit war die Jagd. Dazu bot sich der unmittelbar am Schloss befindliche Tiergarten an, der später noch eine besondere Beachtung fand. Die Jagd wurde nicht nur als reines Freizeitvergnügen betrieben, sondern galt auch einer Sicherstellung des täglichen Bedarfs an Fleisch.
Das fürstliche Hofleben wurde mit der Hochzeit Christian I. und der erst 14-jährigen Kurfürstin Sophie von Brandenburg an die nächste Generation weitergegeben. Auch dieses Bündnis finden wir auf alten Münzen und im Eingangsportal der Schlosskirche. KF Christian starb 31-jährig, seine Regierungsgeschäfte übernahmen Christian II. und seine Mutter nebst Vormund. Die insgesamt 7 Kinder starben teils frühzeitig, das Hofleben ebbte nach dem Tod der KFin 1622 ab. Der höfliche Alltag zog sich mehr in das zur Residenz Sachsens erblühte Dresden.
Um dem Verfall durch Leerstand vorzubeugen, wurde Ende des 18. Jahrhundert staatlicherseits beschlossen, das Areal für soziale Zwecke zu nutzen. Man verkaufte das Inventar, aus dem Schloss entstand ein Armenhaus, später eine Irrenanstalt. Die medizinische Nutzung hielt sich bis in die Anfangsjahre nach der Wiedervereinigung. Seitdem wird mit großem Aufwand an der Restaurierung des Schlosskomplexes gearbeitet.
Seine einstige Schönheit erlangt es immer mehr. Neben der touristischen Vermarktung haben seit 2007 die Europa-Jugendherberge und wenige Jahre danach die Landesmusikakademie Sachsens Einzug gehalten. So lebt das Schloss erneut auf. Während des 2. Weltkrieges wurde im 2. Hof ein Gefangenenlager für alliierte Offiziere eingerichtet, das Oflag IV C. Es machte Colditz vor allem im angelsächsischen Raum berühmt und in Großbritannien ist Colditz bekannter als in Deutschland.

Schlossverwaltung Colditz
04680 Colditz
Schlossgasse 1

www.schloesserland-sachsen.de

Gesellschaft Schloss Colditz
04680 Colditz
Schlossgasse 1

034381 / 43777
034381 / 43788
E-Mail senden
www.schloss-colditz.com

Blick in das Schloss (links der ältere Teil)

Der haupteingang mit Torhaus

Blick auf die Stadt über die Zwickauer Mulde

Blick von den Muldenwiesen

Der ältere Schlossteil mit Fürstenhaus

Alte Decken im Kellerhaus

Pferdeschwemme im Hof 1

Panorama von den Promenaden

Abendstimmung über dem Schloss

Das Wappen - August von Sachsen und Anna von Dänemark