Das städtische Museum Colditz

Das Stadtmuseum in der Tiergartenstrasse
Sein Zuhause hat das städtische Museum in der Tiergartenstraße, in jenem Gebäude, dass einst dem kurfürstlichen Baumeister Hans Irmisch gehörte. Es beherbergt alle wichtigen Sachgebiete, die zur Colditzer Stadtgeschichte gehören. Es beginnt mit seltenen Funden, die Aufschluss auf unsere Erstbesiedlung geben. Historiker gehen davon aus, dass im 5./6. Jahrhundert Slawen aus Böhmen kommend die Flüsse entlang in unser Gebiet einwanderten. Ein reicher Waldbestand, die terrassenförmige Landschaft und fruchtbarer Boden verleitete sie wohl, sich hier sesshaft zu machen. Andere Menschen müssen aber schon viel früher in unserem Gebiet gelebt haben. Das beweisen zumindest Funde aus der Jungstein- und Bronzezeit. Feuersteinspitzen, die aus dem Jahre 4000 v. Ch. herrühren, wurden im Colditzer Wald, im benachbarten Ballendorf und Seuphan gefunden. Die Ortsnamen weisen ebenfalls auf den slawischen Ursprung hin. Man vermutet, dass das an der Muldenvereinigung liegende Kleinsermuth das älteste Dorf sei. Aber auch die Namen Kunchowe (das heutige Commichau), Lostatawa (Lastau) und Serimunt (Sermuth) würden die Annahme untermauern. Ein weiterer, umfangreicher Museumsteil berichtet  uns über die spätere handwerkliche und industrielle Entwicklung unserer Stadt und das damit eng verbundene Vereins- und Kulturleben. Die Tätigkeit der Vereine, deren hohe Mitgliederzahl und das Zusammenwirken, sowie deren Unterstützung durch wohlhabende Geschäftsleute als Mitglieder und Gönner gibt uns zu denken, wie sich unser derzeitiges Verhalten zueinander verändert hat. Ein besonderer Abschnitt gehört darin dem Wertegang der keramischen Industrie, die durch große Vorkommen an Ton und Kaolin in unserer Gegend nicht nur einen eigenen Industriezweig hervorrief, sondern sogar eng verbunden mit der Entwicklung des europäischen Hartporzellans ist. Zu finden sind auch Zeitzeugen der Colditzer Münzpräge und der nicht wegzudenkenden Kirchengeschichte. Die Reformation fand in unserer Stadt durch führende Leute nicht nur schnell Anklang, sondern große Unterstützung an deren Verbreitung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Im Archiv des Schriftgutes befinden sich noch viele bisher nicht aufgearbeitete Bestände, die uns vielleicht noch weitere geschichtliche Details der Stadt erzählen könnten. Ausgegliedert wurde vor Jahren das Kapitel des Oflag IV C in das Schloss, da es dort an besser passender Stelle untergebracht ist.
Erinnerung an Johann David Köhler

Museum Colditz
04680 Colditz
Strasse 1

034381 / 00000

Öffnungszeiten:
Mo - So 10:00 - 18:00 Uhr

Funde aus der Steinzeit

Ziffernblatt der alten Rathausuhr

Colditzer Vereinsleben

Alte Handwerkserinnerungen

In Colditz geprägte Schwertgroschen

Münze mit der jungen Sophie

Münze der Markgräfin Sophia

Uralte Utensilien

Erinnerung an Luthers Freund Link